Wann zahlt die Krankenkasse Einlagen auf Rezept?
Die Krankenkasse zahlt Einlagen, wenn Ihre Ärztin eine Fehlform oder Erkrankung des Fußes feststellt. Der Fuß braucht dann eine Stütze, eine Entlastung oder eine Korrektur. Typische Gründe sind ein Senkfuß, ein Spreizfuß oder Druckstellen bei Rheuma. Auf dem Rezept stehen die Diagnose und die Art der Einlage, oft mit einer siebenstelligen Nummer aus dem Verzeichnis der Krankenkassen.
Für die Diagnose prüft Ihre Ärztin, wie Sie stehen und gehen. Oft macht sie zusätzlich einen Fußabdruck oder misst den Druck unter der Fußsohle beim Gehen. Die Messung zeigt, wo der Fuß am stärksten belastet wird. Davon hängt ab, ob eine stützende Einlage reicht oder eine stärker entlastende nötig ist.
- Ihre Ärztin hat eine Fehlform oder Erkrankung des Fußes festgestellt und Einlagen aufgeschrieben.
- Die Art der Einlage steht im Verzeichnis der Hilfsmittel, das die Krankenkassen führen.
- Das Sanitätshaus oder der Orthopädieschuhtechniker, also der Handwerker für Einlagen und Maßschuhe, hat einen Vertrag mit Ihrer Kasse.
- Bei einer schweren Fehlform gibt es einen Abdruck Ihres Fußes in drei Dimensionen, etwa aus Gips.
Wie viele Paar Einlagen die Krankenkasse im Jahr zahlt
Wie viele Paar Einlagen Sie im Jahr bekommen, legt jede Krankenkasse selbst fest. Das Gesetz nennt dafür keine Zahl. Die Techniker Krankenkasse zahlt ein neues Paar, wenn Ihre bisherigen Einlagen mindestens 1 Jahr alt sind. Ein 2. Paar zahlt sie, wenn es medizinisch nötig ist. Die Barmer zahlt in der Regel bis zu 2 Paar im Jahr. Fragen Sie deshalb bei Ihrer Kasse nach, wie sie es regelt.
Für ein neues Paar brauchen Sie in der Regel ein neues Rezept. Ein zweites Paar zum Wechseln muss Ihre Ärztin begründen. Ein Grund ist etwa, dass Sie die Einlagen fast den ganzen Tag tragen und sie aus hygienischen Gründen wechseln müssen. Kinder brauchen oft mehr Einlagen im Jahr, weil ihr Fuß schneller herauswächst, als die Einlage verschleißt.
Was Einlagen auf Rezept kosten und was Sie zuzahlen
Für Einlagen gibt es bundesweit feste Höchstbeträge, die Festbeträge. Der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen hat sie im Dezember 2019 beschlossen, seit dem 1. April 2020 gelten sie. Ein Festbetrag deckt alles ab, was zur Einlage gehört, also Material, Abdruck, Anprobe und Abgabe.
Für die vier häufigsten Arten liegen die Festbeträge zwischen 62,50 Euro und 113,86 Euro je Paar, jeweils ohne Mehrwertsteuer. Für stützende Einlagen sind es 62,50 Euro, für elastische Bettungseinlagen 72,98 Euro. Schaleneinlagen haben einen Festbetrag von 82,22 Euro, Einlagen mit Korrekturbacken von 113,86 Euro.
| Art der Einlage | Wofür sie gedacht ist | Festbetrag je Paar |
|---|---|---|
| Stützende Einlage | Senkfuß, Spreizfuß oder Knick-Senkfuß | 62,50 Euro |
| Elastische Bettungseinlage | Druckstellen gezielt entlasten, etwa bei Rheuma | 72,98 Euro |
| Schaleneinlage | Fehlstellungen bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum aufhalten | 82,22 Euro |
| Einlage mit Korrekturbacken | Stärkere Fehlstellungen, die den Fuß seitlich führen müssen | 113,86 Euro |
Weil es diesen Festbetrag gibt, zahlen Sie meist nur die Zuzahlung. Bis Ende 2026 sind das 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Paar. Ab dem 1. Januar 2027 sind es mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts dazu.
Seit dem 30. Juli 2026 ist der Festbetrag keine starre Grenze mehr. Kasse und Sanitätshaus dürfen in begründeten Fällen einen Preis vereinbaren, der bis zu 15 Prozent darüber oder darunter liegt. Wählen Sie selbst Einlagen, die mehr können als nötig, zahlen Sie die Mehrkosten.
Einlagen aus der Drogerie oder dem Schuhgeschäft sind billiger. Sie sind aber nicht nach Ihrem Fuß gefertigt und ersetzen keine Einlage auf Rezept.
Welche Einlagen zu welchem Fußproblem passen
Welche Einlage Sie bekommen, richtet sich nach der Diagnose und nicht nach dem Wunsch nach einem bestimmten Modell. Auf Rezept gibt es 5 Arten von Einlagen.
- Stützende Einlagen heben das Gewölbe des Fußes an, etwa bei Senkfuß, Spreizfuß oder Knick-Senkfuß.
- Elastische Bettungseinlagen entlasten gezielt Druckstellen, etwa bei Rheuma.
- Feste Schaleneinlagen halten bei Kindern und Jugendlichen eine Fehlstellung auf, die im Wachstum zunimmt.
- Einlagen mit Korrekturbacken führen den Fuß bei stärkeren Fehlstellungen seitlich.
- Einlagen nach einem dreidimensionalen Abdruck helfen bei schweren Fehlformen wie einem Klumpfuß oder einem ausgeprägten Plattfuß.
Die meisten Einlagen entstehen nach einem Abdruck in Trittschaum. Dabei treten Sie in einen weichen Schaum, der die Form Ihrer Fußsohle festhält. Bei schweren Fehlformen reicht das nicht, dann braucht es einen genaueren Abdruck, etwa aus Gips.
Haben Sie eine schwere Fehlform des Fußes, etwa einen Klumpfuß?
Ihre Einlage entsteht nach einem Gipsabdruck oder einem anderen dreidimensionalen Abdruck. Auf dem Rezept steht dann eine eigene Nummer für diese Einlage.
Bildet ein Abdruck im Trittschaum Ihren Fuß genau genug ab?
Ihre Einlage entsteht nach dem Abdruck im Trittschaum. Das ist der Normalfall.
Der Orthopädieschuhtechniker nimmt einen genaueren Gipsabdruck. Er klärt mit Ihrer Ärztin, ob eine aufwendigere Einlage nötig ist.
Wie lange es bis zu den fertigen Einlagen dauert
Vom Rezept bis zu den fertigen Einlagen vergehen meist ein bis zwei Wochen.
- Ihre Ärztin untersucht den Fuß, stellt die Diagnose und schreibt die passende Einlage auf ein Rezept.
- Sie gehen zu einem Sanitätshaus oder Orthopädieschuhtechniker, der einen Vertrag mit Ihrer Krankenkasse hat.
- Der Techniker nimmt einen Abdruck Ihres Fußes, meist im Trittschaum und bei schwerer Fehlform aus Gips.
- Die Werkstatt fertigt die Einlagen nach diesem Abdruck, meist innerhalb weniger Werktage.
- Sie probieren die Einlagen im Schuh an. Der Techniker prüft Sitz und Druck und passt bei Bedarf nach.
Wann Sie neue Einlagen oder orthopädische Schuhe brauchen
Nutzt sich eine Einlage ab oder verändert sich Ihr Fuß, schreibt Ihre Ärztin ein neues Rezept. Das kann etwa nach einer starken Änderung des Gewichts oder einer neuen Erkrankung nötig sein. Eine Reparatur lohnt sich bei Einlagen selten, weil das stützende Material selbst verschleißt.
Lehnt Ihre Kasse neue Einlagen ab, obwohl sich Ihr Fuß sichtbar verändert hat, können Sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Lassen Sie sich beraten, wenn Sie dabei unsicher sind.
Manchmal reicht eine Einlage nicht mehr, etwa wenn eine Zehe immer weiter absteht oder sich der Vorfuß sichtbar verformt. Dann schreibt Ihre Ärztin eine Änderung am Schuh auf, eine sogenannte Zurichtung. In ausgeprägten Fällen bekommen Sie orthopädische Maßschuhe von der Krankenkasse.
Häufige Fragen
Brauche ich für Einlagen jedes Jahr ein neues Rezept?
Ja, für ein neues Paar Einlagen brauchen Sie in der Regel ein neues Rezept. Die Techniker Krankenkasse etwa verlangt es ausdrücklich. Ihre Ärztin untersucht den Fuß dafür erneut.
Bekomme ich ein zweites Paar Einlagen zum Wechseln?
Ein zweites Paar Einlagen zum Wechseln bekommen Sie, wenn Ihre Ärztin es medizinisch begründet. Ein Grund ist etwa, dass Sie die Einlagen fast den ganzen Tag tragen. Manche Kassen wie die Barmer zahlen in der Regel ohnehin bis zu 2 Paar im Jahr.
Was unterscheidet Einlagen von einer diabetesadaptierten Fußbettung?
Eine normale Einlage stützt den Fuß oder entlastet ihn an einzelnen Stellen. Eine diabetesadaptierte Fußbettung entsteht nach einem dreidimensionalen Abdruck und nimmt gezielt Druck von gefährdeten Stellen. Sie ist für Menschen mit Diabetes gedacht, die Druckstellen am Fuß nicht mehr spüren.
Was zahle ich für Einlagen auf Rezept dazu?
Für ein Paar Einlagen auf Rezept zahlen Sie bis Ende 2026 5 bis 10 Euro dazu. Ab dem 1. Januar 2027 sind es 7,50 bis 15 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts dazu.
Bekommen Kinder häufiger neue Einlagen als Erwachsene?
Ja, Kinder bekommen oft mehr als 2 Paar Einlagen im Jahr, weil ihr Fuß schnell aus der Einlage herauswächst. Ihre Ärztin kann dann mehr Einlagen aufschreiben. Kinder unter 18 Jahren zahlen außerdem nichts dazu.
