Diese 6 Gehhilfen zahlt die Krankenkasse
Gehhilfen nehmen Gewicht von den Beinen und geben Ihnen beim Gehen und Stehen mehr Halt. Die Krankenkassen führen sie in einem eigenen Verzeichnis, getrennt nach Zweck und danach, ob man sie drinnen oder auch draußen nutzt.
| Gehhilfe | Wo Sie sie nutzen | Wofür sie gedacht ist |
|---|---|---|
| Gehstock | drinnen und draußen | mehr Sicherheit beim Gehen, ein Bein etwas entlasten |
| Gehstock mit 3 bis 5 Füßen | drinnen und draußen | mehr Halt, wenn Sie unsicher stehen, kippt nicht so leicht |
| Unterarmgehstützen | drinnen und draußen | ein Bein teilweise oder ganz entlasten, meist als Paar |
| Achselstützen | drinnen und draußen | ein Bein entlasten, wenn Hände und Arme für Unterarmgehstützen zu schwach sind |
| Gehgestell | in der Wohnung | viel Halt beim Gehtraining, wenn andere Gehhilfen nicht reichen |
| Gehwagen | in der Wohnung | Gehtraining auf kleinen Rollen, wenn andere Gehhilfen nicht reichen |
Gehgestell und Gehwagen sind für die Wohnung gedacht. Sie geben den meisten Halt, brauchen aber ebenen Boden und Platz. Auch der Rollator ist eine Gehhilfe, und für den Rollator von der Krankenkasse gilt dieselbe Zuzahlung.
Welche Gehhilfe zu Ihrer Einschränkung passt
Welche Gehhilfe Sie brauchen, hängt davon ab, wie stark Sie entlastet werden müssen. Ein Gehstock gibt etwas Sicherheit. Unterarmgehstützen können ein Bein ganz entlasten. Ein Gehgestell hält Sie, wenn Ihr Gleichgewicht stark gestört ist.
Müssen Sie ein Bein nach einer Verletzung oder Operation stark entlasten?
Haben Sie genug Kraft in Händen und Armen?
Dann passen Unterarmgehstützen im Paar. Sie entlasten das Bein und lassen Sie trotzdem gerade gehen.
Dann kommen Achselstützen in Frage. Ein großer Teil des Gewichts liegt dabei unter den Achseln.
Ist Ihr Gleichgewicht stark gestört?
Dann gibt ein Gehgestell oder ein Gehwagen den meisten Halt, vor allem in der Wohnung.
Dann reicht meist ein Gehstock oder ein Gehstock mit mehreren Füßen.
Welche Gehhilfe Sie bekommen, entscheidet Ihre Arztpraxis nach der Untersuchung. Sie beurteilt auch, wie sich Ihre Beschwerden voraussichtlich entwickeln.
Haben Sie Arthrose in den Fingern, achten Sie auf den Griff. Es gibt Gehstöcke und Unterarmgehstützen mit einem Griff, der der Hand angeformt ist. Er verteilt den Druck besser auf die Handfläche. Fragen Sie im Sanitätshaus danach, wenn ein runder Griff wehtut.
Wie Sie Gehstock und Unterarmgehstützen einstellen
Eine falsch eingestellte Gehhilfe gibt wenig Sicherheit und belastet Handgelenk und Schulter. Für Gehstock und Unterarmgehstützen gilt fast dieselbe Regel.
- Stellen Sie sich aufrecht in Ihren normalen Schuhen hin und lassen Sie die Arme locker hängen.
- Messen Sie den Abstand vom Boden bis zu Ihrem Handgelenk. Auf diese Höhe gehört der Griff des Gehstocks.
- Bei Unterarmgehstützen liegt der Handgriff ebenfalls auf Höhe des Handgelenks.
- Fassen Sie den Griff an. Ihr Ellenbogen sollte jetzt leicht gebeugt sein, etwa 20 bis 30 Grad, und nie ganz gestreckt.
- Gehen Sie ein paar Schritte. Müssen Sie sich nach vorn beugen, stimmt die Höhe noch nicht.
Warum Sie Unterarmgehstützen meist als Paar bekommen
Mit nur einer Unterarmgehstütze gehen Sie schief, und das kann andere Gelenke falsch belasten. Deshalb schreiben Arztpraxen Unterarmgehstützen fast immer als Paar auf, auch wenn nur ein Bein verletzt ist. Mit zwei Stützen bleibt Ihr Gang gerade. Achselstützen benutzen Sie immer als Paar.
Einen Gehstock bekommen Sie dagegen meist einzeln. Er soll Ihnen nur etwas mehr Sicherheit geben, kein Bein ganz entlasten. Sie halten ihn auf der gesunden Seite und setzen ihn zusammen mit dem kranken Bein nach vorn. Die Physiotherapie zeigt Ihnen das meist schon bei den ersten Gehübungen nach einer Operation.
Was Sie für Gehhilfen auf Rezept zuzahlen
Für jede Gehhilfe auf Rezept zahlen Sie 10 Prozent des Preises dazu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Kostet die Gehhilfe weniger als 5 Euro, zahlen Sie nur ihren Preis. Ab dem 1. Januar 2027 sind es mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro. Unter 18 Jahren zahlen Sie nichts dazu.
Für Gehhilfen gibt es keinen festen Kassenpreis. Jede Kasse vereinbart den Preis mit den Sanitätshäusern. Wählen Sie eine Gehhilfe, die mehr kann als nötig, zahlen Sie den Aufpreis selbst.
In der Regel brauchen Sie für eine Gehhilfe von der Kasse ein Rezept. Ausstellen darf es Ihre Arztpraxis, in manchen Fällen auch eine Pflegefachkraft. Eine Gehhilfe, die Sie vorher selbst gekauft haben, erstattet die Kasse meist nicht.
Wer Stockpuffer und Reparaturen an Gehhilfen bezahlt
Auch nach der Abgabe zahlt die Kasse, was nötig ist. Bricht ein Griff oder ein Fuß der Gehhilfe, ist das eine Reparatur, und die Kasse zahlt sie.
- Der Stockpuffer ist der Gummifuß unten am Stock. Ein abgenutzter Stockpuffer rutscht, tauschen Sie ihn deshalb, sobald das Profil glatt ist.
- Für nasse Böden, Schnee oder Eis gibt es besondere Stockpuffer. Fragen Sie danach, wenn Sie mit dem normalen Puffer wegrutschen.
- Verschleiß durch normalen Gebrauch ist nicht Ihre Schuld. Melden Sie ihn, bevor die Gehhilfe unsicher wird.
Wann Sie zwei verschiedene Gehhilfen bekommen
Manchmal reicht eine Gehhilfe nicht für den ganzen Tag, etwa Unterarmgehstützen für draußen und ein Gehgestell für das Gehtraining in der Wohnung. Die Kasse kann beides zahlen, wenn für jede Gehhilfe ein eigener medizinischer Grund erkennbar ist. Lassen Sie in der Arztpraxis deshalb für jede Gehhilfe aufschreiben, wofür Sie sie brauchen.
Häufige Fragen
Brauche ich für einen Gehstock von der Krankenkasse ein Rezept?
Ja, für einen Gehstock von der Krankenkasse brauchen Sie in der Regel ein Rezept. Ausstellen darf es Ihre Arztpraxis, in manchen Fällen auch eine Pflegefachkraft. Einen Gehstock, den Sie vorher selbst gekauft haben, erstattet die Kasse meist nicht.
Warum bekomme ich nach einer Bein-Operation zwei Unterarmgehstützen?
Zwei Unterarmgehstützen halten Ihren Gang gerade, auch wenn nur ein Bein entlastet werden muss. Mit nur einer Stütze gehen Sie schief und belasten andere Gelenke falsch. Deshalb schreiben Arztpraxen Unterarmgehstützen fast immer als Paar auf.
Wie hoch muss der Griff meines Gehstocks sein?
Der Griff Ihres Gehstocks gehört auf die Höhe Ihres Handgelenks, wenn Sie aufrecht stehen und die Arme hängen lassen. Halten Sie den Griff, ist Ihr Ellenbogen etwa 20 bis 30 Grad gebeugt. Ganz gestreckt sollte der Arm nie sein.
Was kostet mich eine Gehhilfe auf Rezept?
Eine Gehhilfe auf Rezept kostet Sie 5 bis 10 Euro Zuzahlung, wenn Sie 18 Jahre oder älter sind. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Preises, aber nie mehr als die Gehhilfe selbst kostet. Ab dem 1. Januar 2027 sind es 7,50 bis 15 Euro.
Was unterscheidet ein Gehgestell von einem Rollator?
Ein Gehgestell hat keine Räder oder nur zwei kleine Rollen und wird bei jedem Schritt angehoben oder vorgeschoben. Es gibt sehr viel Halt und ist vor allem für das Gehtraining in der Wohnung gedacht. Ein Rollator rollt auf vier Rädern und eignet sich auch für Wege draußen.
Wann brauche ich Achselstützen statt Unterarmgehstützen?
Achselstützen brauchen Sie, wenn Ihre Hände und Arme für Unterarmgehstützen zu schwach sind. Bei Achselstützen liegt ein großer Teil des Gewichts unter den Achseln. Sie entlasten ein Bein teilweise oder ganz und werden immer als Paar benutzt.
