Wann die Krankenkasse den Leih-Rollstuhl zahlt
Einen Rollstuhl auf Rezept leiht Ihnen die Kasse fast immer, statt ihn zu kaufen. Das Gesetz erlaubt das ausdrücklich, und das gilt auch, wenn Sie den Rollstuhl nur ein paar Wochen brauchen.
Typische Anlässe sind eine Hüft- oder Knieoperation, ein schwerer Knochenbruch oder ein Aufenthalt im Krankenhaus, nach dem Sie zu Hause eine Zeit lang nicht gehen können. Ihre Arztpraxis schreibt den Rollstuhl dann auf ein ganz normales Rezept.
Für einen Rollstuhl auf Rezept zahlen Sie 10 Prozent des Preises dazu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Ab dem 1. Januar 2027 sind es mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro. Eine Miete zahlen Sie für die Leihe auf Rezept nicht.
Kommen Sie aus dem Krankenhaus, kann schon die Klinik den Rollstuhl aufschreiben. Das gehört zum Entlassmanagement, also zur Planung Ihrer Entlassung. Ein solches Rezept gilt nur wenige Tage, bringen Sie es deshalb sofort ins Sanitätshaus.
Brauchen Sie den Rollstuhl nicht mehr, geben Sie ihn dem Sanitätshaus zurück, das ihn ausgegeben hat. Meist reicht ein Anruf, um einen Termin auszumachen. Heben Sie die Telefonnummer deshalb auf, auch wenn Sie den Rollstuhl nur kurz brauchen.
Was ein Leih-Rollstuhl ohne Rezept kostet
Ohne Rezept kostet ein einfacher Rollstuhl im Sanitätshaus etwa 5 bis 15 Euro am Tag oder 50 bis 100 Euro im Monat. Eine Woche kostet bei einfachen Modellen etwa 15 bis 30 Euro. Dazu kommt meist eine Kaution von 25 Euro, die Sie bei der Rückgabe zurückbekommen.
| Zeitraum | Preis | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| 1 Tag | 5 bis 15 Euro | Modelle mit mehr Ausstattung kosten mehr |
| 1 Woche | 15 bis 30 Euro | elektrische Rollstühle kosten mehr |
| 1 Monat | 50 bis 100 Euro | günstiger als einzelne Tage, wenn Sie ihn mehrere Wochen brauchen |
| Kaution | meist 25 Euro | kommt zurück, wenn Sie den Rollstuhl heil zurückgeben |
Manche Anbieter verlangen zusätzlich eine Pauschale für Service, Reinigung und Desinfektion. Fragen Sie vorher danach, damit Sie die Rechnung nicht überrascht.
Welcher Leih-Rollstuhl nach einer Operation passt
Ein Rollstuhl zum Selbstfahren hat große Hinterräder mit Greifreifen. Das sind Ringe an den Rädern, mit denen Sie sich selbst antreiben. Ein Schieberollstuhl hat kleinere Hinterräder ohne solche Ringe. Er ist leichter und günstiger, aber es muss immer jemand da sein, der ihn schiebt.
Können Sie nach der Operation beide Arme belasten, reicht meist ein Rollstuhl zum Selbstfahren. Sind auch Arme oder Schultern eingeschränkt, etwa nach einer Schulteroperation, ist ein Schieberollstuhl oft sicherer.
Fragen Sie nach Fußstützen, die sich verstellen lassen, und nach einer Armlehne, die man abnehmen kann. Das hilft, wenn Sie vom Bett oder vom Stuhl in den Rollstuhl wechseln, gerade in den ersten Tagen nach der Operation.
Wo Sie einen Rollstuhl kurzfristig leihen können
- Viele Sanitätshäuser verleihen Rollstühle. Manche sind auch am Wochenende über eine Notrufnummer erreichbar.
- Manche Städte und Kirchengemeinden haben Verleihstellen, die Rollstühle und Rollatoren kostenlos oder gegen eine kleine Spende ausgeben.
- Der Sozialdienst im Krankenhaus hilft vor der Entlassung, einen Rollstuhl für die erste Zeit zu bekommen.
- An manchen Flughäfen, Bahnhöfen und in Urlaubsorten gibt es Verleihstationen für die Zeit vor Ort.
- Größere Ketten mit vielen Filialen nehmen den Rollstuhl manchmal auch an einem anderen Ort zurück.
Fragen Sie vor dem Mieten, ob der Anbieter Sitzbreite und Fußstützen an Sie anpasst. Ein Rollstuhl in Standardgröße kann bei sehr großen oder sehr kleinen Menschen unbequem oder sogar unsicher sein.
Warum die Kasse keinen Rollstuhl für die Reise zahlt
Ein Rollstuhl von der Kasse soll Ihnen die Wege in der Nähe Ihrer Wohnung ermöglichen, etwa zum Einkaufen, zur Arztpraxis und zur Apotheke. Eine Urlaubsreise gehört nicht dazu. Das gilt auch dann, wenn Sie am Urlaubsort denselben Rollstuhl bräuchten wie zu Hause.
Haben Sie schon einen Rollstuhl von der Kasse, dürfen Sie ihn mit auf Reisen nehmen. Einen zweiten, leichteren Rollstuhl nur für Flugzeug oder Zug zahlt die Kasse in der Regel nicht.
Wann Sie den Rollstuhl besser privat mieten
Hat Ihre Arztpraxis den Rollstuhl wegen einer Krankheit oder Operation aufgeschrieben?
Brauchen Sie den Rollstuhl zu Hause und in der Nähe Ihrer Wohnung?
Dann leihen Sie ihn über die Krankenkasse. Sie zahlen nur die Zuzahlung von höchstens 10 Euro.
Für eine Reise zahlt die Kasse in der Regel nicht. Mieten Sie privat, zu Hause oder am Reiseziel.
Dann mieten Sie privat, im Sanitätshaus, bei einem Verleih oder am Reiseziel.
Ein Grenzfall ist der Besuch bei Angehörigen. Brauchen Sie den Rollstuhl nur für die Tage dort, ist eine private Miete meist schneller organisiert als ein neues Rezept.
Worauf Sie beim Mietvertrag für den Rollstuhl achten
- Fragen Sie, wie hoch die Kaution ist und wann Sie sie zurückbekommen.
- Klären Sie, wer für Schäden während der Miete haftet und ob eine Versicherung im Preis steckt.
- Lassen Sie sich das Rückgabedatum schriftlich geben. Viele Anbieter berechnen jeden Tag extra, den Sie zu spät kommen.
- Prüfen Sie den Rollstuhl bei der Übergabe auf Schäden und lassen Sie diese notieren.
- Fragen Sie, ob Reinigung und Desinfektion im Preis enthalten sind.
Schauen Sie auch in Ihre private Haftpflichtversicherung. Viele Tarife zahlen für Schäden an geliehenen Sachen, sodass ein Kratzer nicht an Ihrer Kaution hängen bleibt. Fragen Sie im Zweifel Ihre Versicherung, ob Hilfsmittel mitversichert sind.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse einen Rollstuhl, den ich nur ein paar Wochen brauche?
Ja, die Krankenkasse zahlt einen Rollstuhl auch für ein paar Wochen, wenn Ihre Arztpraxis ihn wegen einer Krankheit oder Operation aufschreibt. Sie leiht Ihnen den Rollstuhl, und Sie zahlen nur die Zuzahlung von höchstens 10 Euro. Ab dem 1. Januar 2027 sind es höchstens 15 Euro.
Was kostet es, einen Rollstuhl ohne Rezept zu mieten?
Einen einfachen Rollstuhl ohne Rezept mieten Sie für etwa 5 bis 15 Euro am Tag oder 50 bis 100 Euro im Monat. Eine Woche kostet etwa 15 bis 30 Euro. Dazu kommt meist eine Kaution von 25 Euro, die Sie bei heiler Rückgabe zurückbekommen.
Zahlt die Krankenkasse einen Rollstuhl für den Urlaub?
Nein, einen Rollstuhl nur für den Urlaub zahlt die Krankenkasse nicht. Ein Rollstuhl von der Kasse soll die Wege in der Nähe Ihrer Wohnung ermöglichen. Für die Reise mieten Sie privat, vorher im Sanitätshaus oder am Reiseziel.
Wo kann ich einen Rollstuhl in meiner Nähe leihen?
Einen Rollstuhl leihen Sie in Sanitätshäusern mit eigenem Verleih, bei Verleihstellen von Städten oder Kirchengemeinden und über den Sozialdienst im Krankenhaus. An manchen Flughäfen und in Urlaubsorten gibt es zusätzlich Verleihstationen.
Muss ich für einen Leih-Rollstuhl eine Kaution zahlen?
Eine Kaution zahlen Sie für einen Leih-Rollstuhl meist nur, wenn Sie ihn ohne Rezept mieten. Sie beträgt in der Regel 25 Euro und kommt bei heiler Rückgabe zurück. Mit Rezept zahlen Sie nur die Zuzahlung.
Kann ich einen Leih-Rollstuhl an einem anderen Ort zurückgeben?
Bei größeren Ketten mit vielen Filialen können Sie einen Leih-Rollstuhl oft an einem anderen Ort zurückgeben. Bei einem einzelnen Sanitätshaus geht das meist nicht. Fragen Sie vor dem Mieten danach.
