Welche Bandagen die Krankenkasse nie bezahlt
Eine Bandage ist ein Hilfsmittel aus elastischem Stoff, das ein Gelenk oder einen Körperteil umschließt. Sie drückt auf das Gewebe oder stützt das Gelenk.
Für einige Bandagen gibt es nie ein Rezept. Eine Vorschrift des Bundes von 1989 schließt sie von der Krankenkasse aus, weil ihr Nutzen als gering gilt. Dazu gehören einfache Kompressionsbandagen für Knie, Knöchel, Wade und Oberschenkel. Auch Handgelenkmanschetten und Handgelenkriemen zahlt die Kasse nicht.
Leibbinden für den Bauch zahlt die Kasse ebenfalls nicht. Ausnahmen gelten kurz nach einer Operation, bei einer Lähmung oder einem Bruch der Bauchwand und bei einem Stoma, also einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang.
Gemeint ist die einfache Bauart, ein elastischer Schlauch ohne Polster und ohne feste Teile, der nur drückt. Solche Bandagen zahlen Sie immer selbst, auch bei starken Beschwerden.
Welche Bandagen Sie auf Rezept bekommen
Die Kasse zahlt eine Bandage, wenn sie mehr kann als nur drücken. Das ist so, wenn sie eine Pelotte hat, also ein eingearbeitetes Polster, das an einer Stelle gezielt drückt oder entlastet. Auch feste, stützende Teile machen eine Bandage zum Hilfsmittel auf Rezept. Ihre Ärztin muss sie aus medizinischem Grund aufschreiben.
Die Krankenkassen führen ein Verzeichnis aller Hilfsmittel, die sie bezahlen. Darin stehen Bandagen für viele Körperstellen, jeweils mit den Gründen, für die sie gedacht sind.
| Körperstelle | Beispiel | Gibt es ein Rezept? |
|---|---|---|
| Knie | Kniebandage mit Pelotte, die die Kniescheibe führt | ja |
| Sprunggelenk | Bandage, die das Sprunggelenk stabilisiert | ja |
| Handgelenk | Handgelenkbandage mit stützenden Teilen, etwa bei Arthrose | ja |
| Daumen | Bandage für das Daumensattelgelenk bei Arthrose | ja |
| Schulter | Schulterbandage nach einer ausgerenkten Schulter | ja |
| Rippen | Bandage bei einem Rippenbruch | ja |
| Bauch | Leibbinde | nur nach einer Operation, bei Lähmung oder Bruch der Bauchwand oder bei einem Stoma |
| Knie, Knöchel, Wade, Oberschenkel | einfache Kompressionsbandage ohne Pelotte | nein, nie |
| Handgelenk | einfache Handgelenkmanschette | nein, nie |
Es kommt also auf die Bauart an, nicht auf das Gelenk. Eine Kniebandage mit Pelotte gibt es auf Rezept. Eine einfache Kompressionsbandage für dasselbe Knie zahlen Sie selbst.
Was Sie für eine Bandage auf Rezept zuzahlen
Mit Rezept läuft es wie bei jedem Hilfsmittel. Ihre Ärztin schreibt die Bandage auf, und das Sanitätshaus rechnet mit Ihrer Kasse ab. Sie zahlen nur die Zuzahlung.
Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Kostet die Bandage weniger als 5 Euro, zahlen Sie nur diesen Preis. Ab dem 1. Januar 2027 sind es mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro. Unter 18 Jahren zahlen Sie nichts dazu.
Für Bandagen gibt es keinen bundesweiten Festbetrag, also keinen festen Höchstbetrag, den alle Kassen gemeinsam festlegen. Jede Kasse handelt den Preis selbst mit den Sanitätshäusern aus.
Wählen Sie eine teurere Bandage, als Sie brauchen, zahlen Sie die Mehrkosten selbst. Lassen Sie sich den Aufpreis vorher schriftlich nennen. Die Regeln für eine Aufzahlung im Sanitätshaus gelten auch für Bandagen.
Wann sich das Rezept für eine Bandage lohnt
Mit Rezept zahlen Sie für eine Kniebandage 5 bis 10 Euro, selbst gekauft 40 bis 120 Euro. Das Rezept lohnt sich deshalb fast immer, wenn es Ihre Bandage auf Rezept gibt. Es kostet Sie nur einen Termin in der Praxis.
Passt Ihnen keine Standardgröße, etwa bei einer sehr kräftigen Wade, kommt auch eine Bandage nach Maß in Frage. Das Sanitätshaus misst dann genau und schreibt die Maße auf. Diese Messung zeigt der Kasse, dass eine Standardgröße nicht passt.
Wollen Sie die Bandage nur vorbeugend tragen, etwa beim Sport?
Die Kasse zahlt nicht. Sie kaufen die Bandage selbst.
Ist es eine einfache Kompressionsbandage für Knie, Knöchel, Wade oder Oberschenkel?
Dafür gibt es auch mit Diagnose kein Rezept. Sie kaufen die Bandage selbst.
Hat die Bandage eine Pelotte oder stützende Teile, und gibt es einen medizinischen Grund?
Lassen Sie sich die Bandage aufschreiben und lösen Sie das Rezept im Sanitätshaus ein.
Fragen Sie Ihre Ärztin, ob eine Bandage passt. Vielleicht brauchen Sie eine Orthese.
Was eine Bandage von einer Orthese unterscheidet
Eine Bandage besteht aus elastischem Stoff. Sie drückt auf das Gelenk und gibt den Nerven eine Rückmeldung, wie das Gelenk gerade steht.
Hat dasselbe Produkt feste Teile oder Gelenke aus Kunststoff, Metall oder Carbon, ist es eine Orthese. Eine Orthese schränkt die Bewegung gezielt ein. Je fester sie hält, desto aufwendiger ist das Anmessen und desto teurer ist sie meist. Auch eine Orthese auf Rezept bekommen Sie nur mit einem medizinischen Grund.
Was eine Bandage ohne Rezept kostet
Ohne Rezept kostet eine einfache Handgelenkstütze ab rund 5 Euro. Eine Sprunggelenkbandage liegt bei 4 bis rund 60 Euro, eine Kniebandage bei 40 bis 120 Euro. Eine stützende Rückenbandage kann bis über 200 Euro kosten.
| Körperstelle | Preis | Beispiel |
|---|---|---|
| Handgelenk | ab rund 5 Euro | einfache elastische Handgelenkstütze |
| Sprunggelenk | 4 bis rund 60 Euro | Malleo-hit Sprunggelenkbandage |
| Knie | 40 bis 120 Euro | Bort StabiloGen, Bauerfeind GenuTrain |
| Rücken | bis über 200 Euro | stützende Rückenbandage mit Zuggurten |
Wie lange Sie eine Bandage tragen sollten
Eine Bandage begleitet die Behandlung einer Erkrankung von Muskeln, Sehnen oder Bändern. Sie ist für eine begrenzte Zeit gedacht, je nach Erkrankung kurz oder länger, aber nicht für immer. Wie lange genau, legt Ihre Ärztin nach dem Heilungsverlauf fest.
Ein Beispiel ist ein verletztes Band am Sprunggelenk. Hier schreibt die Praxis eine stützende Bandage oft für einige Wochen auf. Danach sollen die Muskeln das Gelenk wieder selbst halten. Tragen Sie die Bandage dauerhaft weiter, kann das diesen Aufbau eher bremsen.
- Fragen Sie beim Rezept, wie lange Sie die Bandage ungefähr tragen sollen.
- Sagen Sie Ihrer Ärztin, wenn die Schmerzen bleiben oder schlimmer werden.
- Klären Sie nach dieser Zeit, ob Sie die Bandage noch brauchen.
Wie Sie die Größe einer Bandage selbst messen
- Messen Sie den Umfang an der Stelle, die der Hersteller angibt. Legen Sie das Maßband locker an.
- Vergleichen Sie den Wert mit der Größentabelle des Herstellers, nicht mit S, M oder L.
- Liegen Sie zwischen zwei Größen und hat die Bandage eine Pelotte, nehmen Sie eher die kleinere. Dann sitzt die Pelotte sicher.
- Haben Sie Neurodermitis oder eine Latexallergie, achten Sie auf das Material. Viele Bandagen gibt es ohne Latex.
- Probieren Sie die Bandage gleich nach der Lieferung an und bewegen Sie sich wie im Alltag. Entfernen Sie erst danach die Etiketten.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse eine einfache Kniebandage?
Nein, eine einfache Kniebandage, die nur drückt, zahlt die Krankenkasse nie. Eine Vorschrift des Bundes schließt sie aus, ebenso einfache Bandagen für Knöchel, Wade und Oberschenkel. Eine Kniebandage mit Pelotte gibt es dagegen auf Rezept.
Was ist der Unterschied zwischen einer Bandage und einer Orthese?
Eine Bandage besteht aus elastischem Stoff und drückt auf das Gelenk. Eine Orthese hat zusätzlich feste Teile oder Gelenke aus Kunststoff, Metall oder Carbon. Sie schränkt die Bewegung gezielt ein.
Wie lange soll ich eine Bandage auf Rezept tragen?
Eine Bandage auf Rezept tragen Sie nur für eine begrenzte Zeit. Wie lange, legt Ihre Ärztin nach Ihrem Heilungsverlauf fest. Nach einer Bänderverletzung am Sprunggelenk sind es oft einige Wochen.
Bekomme ich eine Handgelenkbandage bei Arthrose auf Rezept?
Ja, eine Handgelenkbandage mit stützenden Teilen gibt es bei Arthrose auf Rezept, wenn Ihre Ärztin sie für nötig hält. Eine einfache Handgelenkmanschette zahlt die Kasse dagegen nie. Für den Sport ohne Diagnose kaufen Sie jede Bandage selbst.
Was kostet eine Rückenbandage ohne Rezept?
Eine stützende Rückenbandage kostet ohne Rezept je nach Modell bis über 200 Euro. Einfache elastische Rückenstützen ohne feste Teile sind deutlich günstiger.
Darf ich eine kaputte Bandage auf Rezept selbst nachkaufen?
Ja, eine kaputte Bandage dürfen Sie jederzeit selbst nachkaufen, dann zahlen Sie den vollen Preis. Besteht der medizinische Grund weiter, kann Ihre Ärztin stattdessen ein neues Rezept ausstellen. Dann zahlen Sie wieder nur die Zuzahlung.
